Testbericht: Line Winder von Sänger

10759 eA Testbericht: Line Winder von Sänger

Jeder von uns kennt das Problem: Wie spult man alleine möglichst straff und gleichmäßig Schnur auf eine Rolle?

In der Vergangenheit ging ich immer vor, wie folgt (nicht lachen!): Als Erstes musste ich meine Socken ausziehen und mich in einen Raum mit Teppich begeben. Danach setzte ich mich auf den Boden, die zu bespulende Rolle in der Hand. Zwischen die Zehen klemmte ich mir eine Achse, auf welcher die Schnurspule frei laufen konnte. Nun begann ich, die Schnur aufzukurbeln und presste gleichzeitig die Schnurspule (sofern rund und nicht z.B. achteckig) mit den Füßen gegen den Teppich, um die richtige Spannung auf der Schnur zu haben. Dieser, für einen Beobachter sehr seltsam anmutende Vorgang (ein Foto spare ich mir an dieser Stelle) muss natürlich bei geflochtenen Leinen immer kombiniert werden mit dem Expertentipp zum richtigen Aufspulen von geflochtener Schnur. Alles in allem eine sehr aufwendige Angelegenheit.

Vor Kurzem entdeckte ich im Handel ein kleines aber feines Accessoire, dass mir diesen Vorgang etwas erleichtern sollte und ließ mir von der Firma Sänger den sogenannten “Line Winder” schicken.

Der erste Eindruck war recht gut. Das Ding ist sauber verarbeitet und der Saugnapf hält, wenn die Oberfläche glatt ist und man ihn etwas befeuchtet sehr gut, was für den mobilen Einsatz wichtig ist. Trotzdem würde ich mir das Ding für Zuhause im Idealfall fix an einer Arbeitsplatte montieren. Der Bügel des Line Winder ist groß genug, um auch sehr breite und hohe Schnurspulen fassen zu können, sein geringer Durchmesser erlaubt es aber gleichzeitig auch, Spulen mit relativ kleinem Loch montieren zu können. Hat man die Spule erst auf die Achse geschoben, kann man sie mit einer Schraube in der gewünschten Position fixieren und dabei den Druck regulieren, den die Feder auf die Spule ausüben soll. So ergibt sich dann auch der Widerstand bzw. die Dichte der Schnurverlegung beim Aufspulen. Die Feder ist generell ausreichend stark, könnte aber für meinen Geschmack durchaus noch stärker sein, vor allem für das Aufspulen starker geflochtener Leinen.

Mein Fazit lautet: Der Line Winder von Sänger ist sein Geld wert, alleine deshalb schon, weil ich meine Socken anbehalten kann und mich nicht jedesmal zum Affen mache, will ich wiedermal meine Schnur wechseln. Gerade wenn man unterwegs ist, oder z.B. im Boot ist der Saugnapf Gold wert und auch Zuhause, wenn man keinen Platz hat, an dem man sich den Line Winder fix montieren kann.

Tight Lines,
Andreas Zachbauer

  1. 15. Mai 2010, 18:34 | #1

    Hallo Andi!

    Einfach Herrlich zu lesen!
    Toller Bericht!

    Falls der Linewinder irgendwann seinen Dienst quittiert, empfehle ich Dir beschichtete Socken mit einer Aussparung für die grossen Zehen! Ich denke das ist dann die “non plus ultra” Methode um deine Schnüre in der idealen Dichte auf deine Spulen zu bekommen! :-)

    Scherz beiseite!! Ist sicher ein sehr nützliches Equipment.

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